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Wissenswertes über Verstand und GedächtnisEine sehr große Zahl von Kindern befindet sich ständig im Einflußbereich einer großen Gefahr, ohne daß Eltern und Kindern sich dieser Gefahr bewußt würden. Wir wurden so vertraut mit ihr zu leben, daß wir sie nicht mehr als das erkennen, was sie ist: eine Fußangel, die den Erfolg verhindert und das Lebensschiffchen vieler junger Menschen zerschellen läßt. Diese Gefahr steht im Zusammenhang mit einer modernen "Großzügigkeit", die unterschiedliche Dinge gedankenlos einander gleichsetzt. Junge Menschen werden oft unachtsam zu der irrigen Auffassung erzogen, Verstand, Gehirn und Gedächtnis seien ein und das selbe. Viel zu oft wird auf "Hirn" oder "Gedächtnis" Wert gelegt, während der Verstand - das präziseste Instrument auf dieser Erde! - vernachlässigt, ignoriert oder gar als "kalt und gefühllos" unterdrückt wird. Was ist dann "Verstand", was "Gedächtnis" und was "Gehirn"? Das Gehirn ist so etwas wie die zentrale Schaltstelle zur Steuerung des Organismus'. Es hat weder Bewußtheit noch Vernunft. Es ist mit einem Telefon-Vermittlungsamt vergleichbar: Dort laufen alle Drähte zusammen und werden nach Bedarf verbunden und getrennt. Das Gehirn ist nicht Urheber von Gedanken und Empfindungen, sondern als das Zentrum des Nervensystems ein rein körperliches Element, das Signale empfängt und erzeugt. Verstand und Gedächtnis aber sind Fähigkeiten des Geistes, der Person, nicht körperliche Elemente. Mit Gedächtnis bezeichnen wir die Fähigkeit, alle möglichen Sinneseindrücke, Wahrnehmungen und Gedanken so aufzuzeichnen, daß wir sie bei Bedarf zur Verfügung haben. Beim gesunden Menschen funktioniert das Gedächtnis gewissermaßen "automatisch" und höchst präzise. Es zeichnet buchstäblich alles auf, was der Mensch bewußt (das heißt: mit voller Wachsamkeit) wahrnimmt. (Daß auch andere Dinge aufgezeichnet werden, können wir in diesem Zusammenhang aus der Betracht lassen.) Dinge, die er gar nicht oder nicht bewußt wahrnimmt, können nicht willentlich aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Wenn also jemand über "Vergeßlichkeit" oder "schlechtes Gedächtnis" klagt, spricht er in Wirklichkeit von beeinträchtigter Wahrnehmung oder verminderter Bewußtheit. Sorgen, Probleme, Ängste, Kränkungen, Unverstandenes und viel ähnliches sind oft die Ursache dafür. Sie wirken sich letztendlich als "ich kann mir das nicht merken" aus. Mit Verstand bezeichnen wir die Fähigkeit, uns Dinge vorzustellen, Begriffe zu bilden, Ähnlichkeiten und Unterschiede zu erkennen, Informationen zu beurteilen und Schlußfolgerungen zu ziehen. Der Verstand arbeitet mit "Verknüpfungen": Er stellt Beziehungen her zwischen altem und neuem Wissen, er identifiziert Ähnlichkeiten und Unterschiede, und er verbindet verwandtes Wissen. Der Verstand ist ein Netzwerk aus Wissen und Verbindungen; er ist weder das Gedächtnis, noch das Gehirn. Er ist ein wesentliches Merkmal der menschlichen Existenz, eine Fähigkeit, die wir mehr (oder weniger!) nützen können - wie jede unserer Fähigkeiten. Er braucht für sein Funktionieren das Gedächtnis, denn dort ist das erworbene "Wissen" gespeichert. Wir brauchen den Verstand zur Lösung von Problemen; wir brauchen dazu die Fähigkeit zum Erkennen, zum Unterscheiden, zum Urteilen usw. Wir haben sie von Natur aus - es liegt an uns, sie zu nützen oder sie brachliegen zu lassen. Nichts kann uns zwingen, sie zu nützen, nichts kann uns hindern, sie zu nützen. Wir allein entscheiden darüber! Wir können sie aber nur in dem Maße nützen, wie wir darin geübt sind. Der Verstand "übersetzt" Wahrnehmungen und Eindrücke in die Sprache und umgekehrt. Mit seiner Hilfe übertragen wir sprachliche Wahrnehmungen in Vorstellungsbilder. Er greift dabei auf das Gedächtnis zurück. Die Leistung des Verstandes liegt also im Vorstellen und "Überlegen": Neue Informationen und Eindrücke "über-" alte, im Gedächtnis enthaltene, "legen". Er verknüpft sie miteinander, setzt sie in Beziehung, um zu einem Urteil (einer neuen Erkenntnis) zu kommen. Das ist eigentlich auch alles, um wahrhaft zu lernen! "Merken" versucht dem Gedächtnis einen Wortlaut "einzuprägen". "Lernen mit dem Verstand" hingegen erzeugt Vorstellungsbilder der Wirklichkeit, die ein Wortlaut schildert. Bei intaktem Verstand werden diese Vorstellungsbilder fast selbsttätig dem Gedächtnis einverleibt, weil sie das sind, was das Gedächtnis von Natur aus speichert: Abbilder von Wahrnehmungen und Eindrücken. Der Versuch, dem Gedächtnis etwas ohne ausdrucksstarkes Vorstellungs-Bild einzuprägen, scheitert und erzeugt eine "Verstopfung" zwischen Verstand und Gedächtnis. Je mehr solche Versuche (und Willensanstrengungen in diese Richtung) man unternimmt, desto mehr wird die Fähigkeit "Verstand" unterdrückt und das Gedächtnis "schlecht". Dem Gedächtnis bloß Wortlaute abzurufen, zu denen der Verstand keine Bilder hat, vermindert die Lernfähigkeit zusehends. Es ist ein Verleugnen und Unterdrücken der natürlichen Funktion des Verstandes. Es trainiert den Mißbrauch des Verstandes. Dies ist der Grund, weshalb so viele sogenannte "Gedächtnisübungen" in Volksschulbüchern zu Verhalten und "Fehl-" Leistungen führen, die den Eindruck von Dummheit erwecken. In unserem Lehrgang lernt Ihr, seinen Verstand zu gebrauchen und wird dabei sichtbar gewinnen. Ihr Kind wird dabei seine "Lernleistung" im Lauf des Lehrganges mindestens verdoppeln. Das heißt nichts anderes, als daß Ihr Kind innerhalb kurzer Zeit nicht nur geistig stärker und leistungsfähiger, sondern durchaus intelligenter geworden ist. Deshalb sagen wir mit Fug und Recht, Lernkunde ist eine Gebrauchsanleitung für den Verstand. Sie mögen daraus erkennen, welch ungeheures, aber fast ungenütztes Potential in Ihrem Kind schlummert. Es liegt vor allem an Unterricht und Erziehung, ob Ihr Kind von diesem Potential immer mehr nützt, oder ob es bald wieder zurückfällt in die geistlose Zeit des mechanischen "Lernens". Mit den "Grundlagen der Lernkunde" wird Ihr Kind auf jeden Fall den ersten, wichtigsten, Schritt vollziehgen. Helfen Sie ihm, dabei zu bleiben! Bitte, bleiben Sie aus den Reihen jener, denen geistige Qualitäten der Kinder nichts zählen im Vergleich zur "sozialen Integration", und fördern Sie die Lernkunde-Anwendung! Einem Jugendlichen, der jahrelang "auf Gedächtnis" trainiert worden ist, wurden Wahrnehmungen vorenthalten. Er dürstet danach, viele sind (in dieser Hinsicht) geistig völlig unterernährt. Er wurde gezwungen, mit dem Mangel zu leben. Es mag ihm anfangs daher schwer fallen und vor allem zeitraubend erscheinen, jetzt seinen Verstand zu nützen. Das erfordert die Sorgfalt, selbst das geringste Unverstandene zu klären, bis eine klare Vorstellung von seiner Bedeutung erworben worden ist. Doch schon nach kurzer Zeit macht es sich vielfach bezahlt. Die Brillianz der Wahrnehmung, die Schnelligkeit des Gedächtnisses, des Urteilens und Erkennens, wird gewaltig gesteigert. Ob jemand ein gewisses Pensum in einem Fünftel der früher nötigen Zeit schafft oder nicht, hängt zum größten Teil davon ab, wie konsequent er die Lernkunde im täglichen Leben anwendet, das heißt: Wie gut er seinen Verstand nützt. Ihre Hilfe und Ihr Zuspruch werden Ihrem Kind helfen, seine Fähigkeiten besser zu nutzen und damit Freude aus unzähligen Erfolgen zu gewinnen! Viel Freude am Wachsen Ihres Kindes wünscht Ihnen Ihr Helmut W. Karl! Copyright © Helmut W. Karl 1988, 1998, 2017 (Originaltext aus 1988 im erneuertem Seitenlayout.) 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Impressum: Helmut W. Karl Document created by Helmut W. Karl 21AUG96, last update 23Mär2017. |
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